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Universitätsbibliothek Rijekas (Ständge
Ausstellung)
Moderne Galerie Rijeka
Muzeum der modernen und zeitgenössischen kunst
Indem wir den Stadtrundgang über den Platz der Republik
fortsetzen, verlassen wir die Altstadt. Das Gebäude der
ehemaligen Mädchenschule beherrscht die Westseite des
Platzes und wurde 1887 im Stile der Neorenaissance vom
Architekten G. Zamattio entworfen. Das Gebäude betritt man auf
der Nordseite von der Straße Dolac aus. Seinen größten Teil
nimmt heute die Universitätsbibliothek mit ihrer
ständigen Ausstellung "Glagolica" ein, die sich im ersten Stock
befindet und die historische Entwicklung dieser alten
kroatischen Schrift zeigt, die in der altslawischen Sprache
und Liturgie benutzt wurde.
Den Schwerpunkt der Sammlung
bilden zahlreiche regionale Beispiele vom Kvarener und aus
Istrien (wo die Schrift am längsten benutzt wurde), die in
Form von Kopien epigraphischer Steindenkmäler und Fresken mit
glagolitischen Grafitti, sowie Handschriften, Erstdrucken und
anderen Büchern gezeigt werden. Im reichen Fundus der
Universitätsbibliothek, die ihre Tradition aus der
Bibibliothek des Jesuitenkollegiums und –gymnasiums schöpft
(1627), ragen einzelne Sammlungen wie "Fluminensia",
"Adriatica", die grafisch seltene Sammlung von 20 Inkunabulen
heraus. Im letzten Stockwerk befindet sich das Museum der modernen Kunst ( früher: Moderna galerija). Neben einem guten
Überblick der regionalen und nationalen Bildenden Kunst des
XIX. und XX .Jahrhunderts in Rijeka, bietet es mehrere
wichtige Werke von Pionieren der kroatischen Moderne. Unter
den Manifestationen des Museums sind die Biennale der Jugend
(Biennale mladih) und die Internationale Ausstellung von
Zeichnungen (Medunarodna izlozba crteža) besonders zu
erwähnen, und in letzter Zeit erregte das Museum durch
retrospektive Ausstellungen und das Projekt "Architektur und
Urbanismus Rijekas in den Jahren von 1845 bis 1945" besonderes
Aufsehen.
Man sollte die Gelegenheit nutzen, sich die Straße Dolac
anzuschauen mit ihren repräsentativen Beispielen für die
Architektur des Historizismus. Die Dolac-Paläste erinnern an
Robert Whitehead, einen der damaligen größten Unternehmer
Rijekas, des Mitbegründers der Firma "Torpedo" ("Silurificio
Whitehead") und den Miterfinder dieser Waffe. Das sogenannte
Venezianische Haus (Dolac 7) war seine Residenz. Man wird auch
an Rijekas Bürgermeister Giovanni Ciotto erinnert, zu dessen
Zeit, in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts, sich die
Stadt Rijeka schnell entwickelte und ihren lokalen Rahmen
überschritt. Als Kontrast zu den neostilistischen
Dolac-Fassaden ragt am Ende der Straße der modernistische
Kubus des heutigen Kinos und ehemaligen "Theaters Fenice"
(Dolac 13) empor. Dieses Gebäude in avangardistischer Form,
das die geometrische Phase des Jugendstils mit den Anfängen
des Futurismus in sich vereint, wurde 1913 als das erste
Theater in Europa aus armiertem Beton erbaut. Seine
Architekten waren T. Träxler, Schüler der bekannten
Wagner-Schule, und E. Celligoi aus Rijeka.

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